Was tun!

Das, was das Leben Jahr um Jahr, Tag um Tag und Minute um Minute erneuert, ist das Bewusstsein um die Vergänglichkeit. Immer drängender jedes Mal, immer intensiver und präsenter wird einem der eigene Verfall, die eigene bloße Fleischlichkeit, während der Geist der einzige scheint, der sich im Alter noch behaupten kann. Haltlos scheint das Ganze, geworfen ist man ins Leben und taumelnd versucht man, sich an irgendetwas festzuhalten.

Aber wo soll man sich festhalten im ewigen Vergehen? Im ständigen Fortschreiten der Zeit. Wobei es natürlich auch fraglich scheint, wo die Zeit hinschreitet, ja bezweifelbar, ob sie wirklich fortschreitet. Wo kann man sich festbeißen, wo sich im Wandel eine Zuflucht suchen, eine Illusion von Beständigkeit? Eine Konstante in Raum und Zeit, ach welch schöne Vorstellung für uns kurvige Menschen, wie schön es wäre, eine Gerade zu sein!

Vielleicht aber kann nur aus der eigenen Vergänglichkeit Vertrauen in sich gewonnen werden, denn immerhin sicher ist es ja, das eigene Vergehen. Man kann sich keine Konstante in Charakter, Körper und Geist sein, und trotzdem trägt man das gleiche Ich in sich, nein, man ist dieses Ich vielmehr, verkörpert und vergeistigt dieses Ich, und während alles vor einem vorüberzieht bleibt man stets dieses Ich, man selbst, man ist Beobachter und Erleber zugleich. Diese Position könnte wohl die gesuchte Konstante sein. Auch wenn die Blickwinkel nie dieselben sein mögen, die Bilder nie dieselben.

Diese Einsicht kann einen schwindeln machen, die Arme fallen kraft-, haltlos herunter und das Herz rutscht einem in den Magen. Angst, zu sterben, verrückt zu werden, die Kontrolle zu verlieren. Man scheint sich plötzlich leiblich bewusst zu werden, wie ohnmächtig, klein und allein man im Universum ist und es scheint keinen rationalen Trost zu geben, keine Gewissheit mehr, an die man sich verzweifelt klammern kann, denn alles schwindet und löst sich auf. Keine Zuflucht mehr, kein Verstecken.

Wer oder was ist es aber denn nun, von dem sich Hoffnung schöpfen lässt? Andere Instanzen, Personen, oder gar Routine, Gewöhnung? An was lässt sich klammern? Oder ist man dazu verurteilt, haltlos den Raum zu zeitigen, die Zeit verräumen, einfach nur sinnlos zu vergehen im Unsinn?

Möglicherweise ist es ja das eigene Schöpfertum. Indem man erschafft, Werken Leben gibt. Gleich einem Gott? Sich selbst eine Götterposition anmaßen? Nein, denn erschaffen und vergehen, das ist das Urprinzip auf dieser Welt und das Menschlichste, das es gibt. Leben geben, gebären, einen kleinen Teil seiner selbst extrahieren und einem neuen Kunstwerk geben.

Mein Geist, mein Körper, mein Ich, das ist kein Gefängnis, kein abgeschlossener Raum von dem Rest der Welt, sondern Teil von ihr. So wie mich der Lauf der Erde geschöpft hat, so schöpfe ich weiter. Das ist der einzige Weg, tatsächlich Unsterblichkeit zu erlangen.

2 Kommentare zu „Was tun!

  1. Das ist genau der Punkt. Wir sind klein und unbedeutend im Universum, dennoch Teil des Ganzen, was mir wiederum Geborgenheit schenkt. Ich bin aufgehoben in dem großen Ganzen.

    drum hatte ich am Cape Rainga auch pippi in den Augen 😀

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    1. Ihr Kommentar ist das Gegenteil zum Artikel: „Ich bin aufgehoben in dem großen Ganzen“ der Volksgemeinschaft. „Wir sind klein und unbedeutend im Universum, dennoch Teil“ der nationalsozialistischen Bewegung, des Ewigen Germanentums, die uns Geborgenheit schenkt jenseits der Klassenunterschiede in einer paradisischen Idylle der REINHEIT. Darum hatte ich beim Anblick des Führers auch Pipi in den Augen… Das Ich verschmilzt mit dem Wir – gegen den egoistischen, entarteten Individualismus! (sorry ;))

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